11iE

Raus aus dem Loop

11iE JOURNAL · KI, ARBEIT & FREIRAUM

Was machen wir mit der Zeit und Aufmerksamkeit, die KI uns freisetzen kann?

KI-generierter Kurzfilm von Elfie Schürfeld-Todor.

Willkommen, Montag.

Die Woche ist durchgetaktet. Aufgaben, Termine, Absprachen. Am Wochenende kurz durchatmen. Am Montag beginnt alles wieder von vorn.

In meinem Video beschäftige ich mich mit diesem Gefühl der Wiederholung. Mit einem Alltag, in dem viel passiert und trotzdem wenig Raum bleibt, etwas Neues zu denken.

Die Figur trägt etwas von mir. Die Räume auch. Persönliche Erinnerungen verbinden sich mit einer erfundenen Szene. Das Video ist eine künstlerische Verdichtung dieses Gefühls.

Vielleicht hilft uns KI aus diesem Loop.

Mich interessiert, welche Möglichkeiten entstehen, wenn KI wiederkehrende Aufgaben übernimmt. Könnten wir dadurch mehr Zeit zum Nachdenken gewinnen? Zum Experimentieren, Lernen und Ausprobieren? Für etwas, dessen Ergebnis noch nicht feststeht?

In meiner Arbeit schätze ich genau diese Freiräume. Eigene Ideen entwickeln, Vorschläge machen, Zusammenhänge entdecken. Das braucht Aufmerksamkeit und manchmal auch Zeit, die noch keinen festen Zweck hat.

Automatisierung könnte dafür Raum schaffen. Aber was passiert, wenn jede gewonnene Stunde sofort mit weiteren Aufgaben gefüllt wird?

Wem gehört die Zeit, die KI uns spart?

Von wiederkehrenden Aufgaben zu handelnden Agenten

Mit Agentic AI verbindet sich für mich die Frage, wie KI auch zusammenhängende Arbeitsabläufe übernehmen kann. Welche Tools braucht ein Agent? Auf welches Wissen muss er zugreifen können? Wie arbeiten mehrere Agenten zusammen? Und woran erkennen wir, ob das Ergebnis dem entspricht, was wir erreichen wollten?

Diese Arbeit beginnt für mich bei den Prozessen selbst. Darum geht es für mich im Agentic Project Management. Ziele, Zuständigkeiten, Informationen und Ausnahmen müssen verständlich sein. Vieles, was Menschen im Arbeitsalltag selbstverständlich erscheint, bleibt unausgesprochen. Genau dieses Erfahrungswissen muss zugänglich werden, wenn Aufgaben zunehmend automatisiert werden sollen.

Dabei interessiert mich auch, wie sich Verantwortung verändert. Wo brauchen wir menschliches Urteil? Was kann eigenständig ablaufen? Und welche neuen Aufgaben entstehen, wenn Menschen weniger Zeit mit der Ausführung verbringen?

Welche Fragen bleiben?

  • Wann gibt uns Routine Halt, und wann hält sie uns fest?
  • Wie verhindern wir, dass Automatisierung vor allem den Takt erhöht?
  • Wie bewahren und vermitteln wir Wissen, wenn sich Teams und Berufe verändern?
  • Was möchten wir selbst tun, auch wenn eine KI es übernehmen könnte?
  • Und wie könnte ein Alltag aussehen, in dem Kreativität und Neugier auch mitten in der Woche Platz haben?

Das Video gibt darauf keine fertigen Antworten. Es macht ein Gefühl sichtbar, von dem aus ich weiterdenken möchte.

Wie das Video entstanden ist

Character Sheet

Die Figur orientiert sich lose an einem Foto von mir aus meinen Zwanzigern. Dafür habe ich zunächst ein Character Sheet erstellt, eine visuelle Vorlage, die das Aussehen der Figur festhält und als Referenz für die einzelnen Szenen dient.

Ausgangsbilder

Die Ausgangsbilder habe ich mit Nano Banana von Google und GPT Image 2 von OpenAI entwickelt. In der Wohnung verbinden sich Elemente aus meiner Berliner Altbauwohnung mit meiner heutigen Hamburger Küche.

Animation

Mit Seedance von ByteDance habe ich die Bilder animiert. Als Ausgangspunkt diente ein Prompt von Aimi Kōda (@aimikoda auf X), den ich für die Figur und die Gestaltung angepasst habe.

Mich interessiert an dieser Arbeitsweise, wie aus persönlichen Erinnerungen, generierten Bildern und Bewegung eine kleine Erzählung entsteht. Eine erfundene Szene kann ein sehr vertrautes Gefühl ausdrücken.