Prinzip Permakultur

Prinzip Permakultur (Buchvorstellung)

Eigentlich wollten wir im April an unserem Vorhaben in Portugal weiterarbeiten. Die ersten Schritte hatten wir bereits im letzten Jahr getätigt und unser Aufforstungsprojekt gestartet. Zum einen möchten wir durch Aufforsten mit einheimischen Pflanzen das Klima und die Umwelt schützen, zum anderen als Selbstversorger im Einklang mit der Natur leben. Dafür möchten wir einen kleinen Selbstversorgergarten im Sinne der Permakultur anlegen. Doch das Coronavirus hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun sitzen wir auf gepackten Kisten und warten, bis es wieder möglich ist, die Reise anzutreten. Die Zeit der Selbstisolation während der Corona-Krise nutze ich, um mich schon mal theoretisch auf unser Projekt „Selbstversorgergarten“ vorzubereiten. Die Schreibtische sind schon abgebaut und wir sitzen alle an unserem Küchentisch, welchen wir zum Schreibtisch für uns Drei umfunktioniert haben.

Auf unserem Balkon hatten wir in den letzten Jahren immer mal wieder mit essbaren Pflanzen experimentiert. Das ist aber mit der Bewirtschaftung eines Gartens nicht zu vergleichen.

Natürlich könnten wir einfach anfangen und nach einigen Jahren würden wir uns wahrscheinlich auch durch Ausprobieren, Fehler machen und Nachjustieren dem Ziel eines Selbstversorgergartens annähern können. Ich finde jedoch, ein kleiner theoretischer Überblick im Vorfeld schadet nicht.

Prinzip Permakultur

Prinzip Permakultur

Nach langem Suchen habe ich mich als Einstieg in das Thema Permakultur für die Lektüre des Buches „Prinzip Permakultur“ von Karin Schlieber entschieden. Das Sachbuch aus dem Gräfe und Unzer Verlag richtet sich speziell an Einsteiger und erklärt Schritt für Schritt wie man einen eigenen Permakulturgarten errichtet. Das Buch gliedert sich in drei Teile.

Prinzipien, Grundsätze und Elemente der Permakultur

Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit den Grundlagen der Permakultur. Betrachtet man die ethischen Grundsätze der Permakultur, wird schnell klar, dass Permakultur mehr ist als nur nachhaltige Landwirtschaft. Achtsamkeit im Umgang mit der Erde und mit den Menschen steht im Vordergrund. In einer Tabelle werden die Unterschiede zum konventionellen Garten herausgestellt. Im Anschluss bekommt der Leser einen Einblick in die Gestaltungsgrundsätze und in die Zonenplanung.

Der Schwerpunkt des Buches liegt auf der Vorstellung der verschiedenen Permakulturelemente. Die Basiselemente der Permakultur bilden die verschiedenen Beettypen, die nach eigenen Bedürfnissen und den Gegebenheiten des eigenen Gartens gewählt werden. Schicht- und Flächenmulchbeete, Gras- oder Heumulchbeete sind die Klassiker der Permakultur. Hier gibt die Autorin eine Schritt für Schritt Anleitung zum Aufbau solcher Beete. Das schönste Element der Permakultur, die Kräuterspirale, wird ebenfalls vorgestellt. Zusätzlich zu den oben genannten Elementen werden die Hochbeete, Hügelbeete und Frühbeete ausführlich behandelt. Speziellere Beetformen wie Kraterbeete oder Schlüssellochbeete werden erwähnt aber nicht näher thematisiert.

Der erste Teil schließt mit der Vorstellung der unterstützenden Permakulturelementen wie Wege, Zäune, Kletterhilfen, Gewächshäuser, Behausung für Ohrwürmer und Marienkäfer ab.

Die Planung eines Permakulturgartens

Der zweite Teil des Sachbuches ist der Planung eines Permakulturgartens gewidmet. Hier kann sich der Leser zunächst von den Planungsbeispielen inspirieren lassen. Die Beispiele, die jeweils auf einen 125 qm großen Garten ausgelegt sind, zeigen, dass sich auf einem kleinen Raum durchaus unterschiedliche Wünsche realisieren lassen. Ein „Selbstversorgergarten“ oder „Naturliebhaber-Garten“, der relativ viel Zeit in Anspruch nimmt oder weniger zeitaufwändige Gärten wie „Der Garten für Berufstätige“ oder der „Familiengarten“. Nach der Lektüre kann man seinen eigenen Gedanken und Wünschen freien Lauf lassen und einen eigenen Gartenplan, nach der im Buch beschriebenen Anleitung, erstellen.

Praxistipps

Im letzten Teil des Buches werden Themen wie Bodenqualität, Fruchtfolge, Fruchtwechsel, Mischkultur, Boden- und Pflanzengesundheit, Saatgutherstellung, Kompost und phänologischer Kalender angeschnitten.

Wichtige Adressen und weiterführende Literatur befinden sich im Service-Teil am Ende des Buches.

Das Buch ist ein guter Einstieg in das Thema Permakultur

Das Buch „Prinzip Permakultur“ ist klar und verständlich geschrieben und gut geeignet, um in das Thema einzusteigen. Die Schritt für Schritt Anleitungen und die zahlreichen Fotos animieren dazu, gleich loszulegen. Wirklich ins Detail geht das Buch nicht. Das ist aber auch gar nicht nötig, denn wie der Titel schon sagt, richtet sich das Buch an Einsteiger. Die wichtigen Elemente, wie die klassischen Beettypen der Permakultur, werden jedoch ausführlich mit Anleitung vorgestellt.

Karin Schliebers Idee, aus alten Weinkisten Insektenhotels zu bauen oder alte Paletten als Material für Hochbeete zu verwenden, finde ich genial. Ich denke jedoch, dass Materialien wie Plastikeimer, Plastikkisten oder alte Autoreifen als umfunktionierte Pflanzenkübel nicht in einen Permakulturgarten gehören. Es handelt sich um Materialien, die eventuell Weichmacher abgeben und die dann von uns über die Nahrungskette mit aufgenommen werden könnten – aber es bleibt ja jedem selbst überlassen, welche Tipps er/sie umsetzt.

Insgesamt kann ich das Buch als Einsteigerlektüre aber auf jeden Fall weiterempfehlen.

Das Buch kannst Du unter anderem hier erwerben:

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Fotocredit: Patrick Schürfeld (ps-ixel.com)
Foto Buchcover: GU Verlag

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