Zero Waste

Müll richtig entsorgen – aber wie?

Das Ziel sollte natürlich sein, Abfall zu vermeiden, da für die Produktion von Gegenständen aller Art aber auch für Verpackungen Rohstoffe und Energie verbraucht werden.

Kommunen haben Einfluss darauf, ob Abfälle recycelt oder verbrannt werden!

Zu einem nachhaltigen Leben gehört unserer Meinung nach nicht nur, so wenig Müll wie möglich zu produzieren, sondern den Müll, der sich nicht vermeiden lässt, richtig zu entsorgen. Denn nur durch Mülltrennung können verschiedene Rohstoffe wie beispielsweise Glas, Papier oder Kork wiederverwertet werden.

Bei Kunststoffen schaut es jedoch anders aus, denn Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff. Seine Eigenschaften werden über Additive gesteuert. Diese Additive können als Substanz hochgiftig sein, was aber kein Problem ist, wenn sie im Kunststoff gebunden sind. Leider besteht die Möglichkeit, dass sie mit der Zeit, wenn der Kunststoff alt wird bzw. zerfällt, wieder freigesetzt werden. Dies kann für die Umwelt aber auch für die eigene Gesundheit problematisch sein. Beim Recyceln von Kunststoffen stellt sich folgendes Problem. Man kann diese praktisch nicht sortenrein trennen, d. h. man kann sie nicht für den ursprünglich hochwertigen Einsatzbereich erneut verwenden, sondern immer nur als Gemisch für minderwertige Verwendungszwecke wie beispielsweise Straßenbelag.
Kunststoff wird zum größten Teil aus Erdöl produziert. Auch das ist nicht nachhaltig oder ökologisch. Auf Organismen kann Kunststoff in Kleinstdosen fatale Wechselwirkungen hervorrufen, da er sich in Organismen ähnlich wie Hormone verhalten kann.

Leider werden immer noch zu wenig Abfälle, die aus der Gelben Tonne kommen, recycelt. Das hat zwei Gründe:

  1. Die Verbrennung von Abfall ist billiger.
  2. Die Vorgaben, wie viel recycelt werden muss, werden zu niedrig angesetzt.

Da die bereits gebauten Müllverbrennungsanlagen ausgelastet werden müssen, wird Müll, der eigentlich recycelt werden könnte, verbrannt! Oft wird sogar Müll importiert. Das Verbrennen ist für die Kommunen oft wirtschaftlicher! So werden von den recycelbaren Plastikverpackungen nur 40 % recycelt.*

Es besteht also Aufklärungsbedarf. Denn dieses Vorgehen ist für die Gesellschaft auf lange Sicht weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll.

Wir können selbst etwas tun. Täglich können wir durch eine bewusste Kaufentscheidung Müll einsparen.

Hier haben wir unsere Zero Waste Alternativen, die wir bereits erfolgreich in unser Leben integriert haben, aufgelistet. Vielleicht findet der eine oder andere ein paar Tipps und Möglichkeiten für den eigenen Alltag. Es ist wichtig, das Problem in das Bewusstsein unserer Mitmenschen zu transportieren. Auch ist es unserer Meinung nach sinnvoll, Unternehmen, die innovative, technologische Ideen entwicklen, zu fördern. Denn es ist klüger, Unternehmen zu unterstützen, die ihr Geld damit verdienen, Müll zu reduzieren und nachhaltige Produkte zu entwickeln, als solche, die ihr Geld auf Kosten der Umwelt und damit auf unser aller Kosten verdienen.

Es ist vernünftig, bestimmte Abfälle wie Papier, Glas, Kork, Elektromüll, CDs, Batterien etc. getrennt von einander zu entsorgen.

Nur durch eine „saubere“ Trennung können Rohstoffe überhaupt wiederverwertet werden.

Papiertonne

Damit Papier recycelt werden kann, muss das Papier sauber und trocken sein. Verunreinigte Papiertaschentücher oder Küchenrollen gehören nicht in die Papiertonne! Fotos, Tetrapak, Wachs- und Pergamentpapier oder Tapeten werden auch nicht in die Papiertonne entsorgt. Falls keine separate Papiertonne vorhanden ist, gibt es die Möglichkeit, Papier in große Papiercontainer, die in vielen Städten und Gemeinden, in der Regel zusammen mit Glascontainern aufgestellt sind, zu entsorgen.

Eierkartons sollten nicht unbedingt in der Papiertonne landen. Sie können wiederverwendet werden. Wir kaufen Eier lose ein und haben immer ein bis zwei leere Eierkartons mit dabei, in die wir die Eier hineintun. Die Herstellung von Papiertüten ist sehr ressourcenintensiv, daher sollten Papiertüten nicht als Müllbeutel verschwendet, sondern zunächst so oft wie möglich wiederverwendet werden.

Durch das Wiederaufbereiten von Papier wird nicht nur weniger Holz verschwendet, auch Wasser und Energie wird eingespart. Das Herstellen von Papier aus neuen Holzfasern kostet viel mehr Wasser und Energie als für das Recyceln benötigt wird.

Welche Abfälle in die Papiertonne gehören, weiß wahrscheinlich jeder. Der Vollständigkeit halber haben wir sie nachfolgend noch einmal aufgeführt: Verpackungen aus Papier und Pappe, Briefumschläge ohne Kunststofffolie, Kataloge, Zeitungen, Zeitschriften, Prospekte, Hefte, Schreibpapier und Eierkartons (können aber auch beim Einkaufen von losen Eiern als Verpackung genutzt werden).

Glascontainer

Glas kann unendlich oft eingeschmolzen werden, sofern das Glas ordentlich und entsprechend der Farben getrennt wurde. Durch das Recyceln werden Rohstoffe wie Quarz, Soda und Kalk eingespart aber auch Energie, da für das Einschmelzen niedrigere Temperaturen notwendig sind als für die Herstellung aus Primärrohstoffen.

Trotzdem ist es sinnvoller, Mehrwegflaschen statt Einwegflaschen zu kaufen, denn Mehrwegflaschen können bis zu 50 mal wiederverwendet werden, bevor sie wieder eingeschmolzen werden. Gläser für Marmelade oder Hülsenfrüchte können ebenfalls eingespart werden, in dem man Marmelade selbst herstellt und Hülsenfrüchte in trockener Form in Unverpacktläden kauft und zu Hause selbst kocht.

Einmachgläser, Getränkeflaschen und Flakons aus Glas, sowie Konservengläser werden, wie jeder weiß, entsprechend ihrer Farbe entsorgt, idealerweise ohne Deckel und Verschlüsse. Diese gehören in die Gelbe Tonne. Glas, das auf Grund der Farbe nicht eindeutig zugeordnet werden kann, sollten im Grünglascontainer entsorgt werden. Die Farbtrennung sollte unbedingt eingehalten werden, denn nur so können eine hohe Qualität und Farbechtheit der Gläser gewährleistet werden. Schon eine einzige grüne Flasche kann die Farbechtheit von Weißglas zunichtemachen.

Porzellan, Keramik, Kristallgläser, Glasdeckel, Fensterscheiben oder Laborgläser gehören nicht in die Glascontainer! Flachgläser haben einen anderen Schmelzpunkt als Verpackungsglas. Geraten Scherben von Fensterscheiben, Kristallgläsern oder Laborgläsern in die Schmelze, so kann das dazu führen, dass ganze Produktionen unbrauchbar werden. Nicht immer können Scherben von Fenstergläsern, Kristallgläsern, Laborgläsern, Porzellan oder Keramik zu 100 % aussortiert werden, daher ist es um so wichtiger, dass die Vorsortierung durch uns so gut wie möglich funktioniert.

Gelbe Tonne/Gelber Sack

Welche Abfälle in die Gelbe Tonne gehören, ist jedem klar. Diese sind auf der Gelben Tonne selbst oder auf dem Gelben Sack abgebildet. Doch seien sie hier der Vollständigkeit halber kurz erwähnt: Weißblech, Aluminium, Kunststoff, Schaumstoff und Tetrapak.

Verpackungen die aus verschiedenen Stoffen kombiniert werden wie z. B. Plastik und Papier sollten getrennt voneinander in die entsprechenden Mülltonnen entsorgt werden.

Biotonne

Generell sollten wir so wenig Lebensmittel wie möglich wegwerfen. Wir wissen in der Regel eine Woche im voraus, was wir an welchem Tag in der Woche essen werden und kaufen daher sehr geplant mit einer Einkaufsliste ein. Seitdem werden bei uns keine Lebensmittel verschwendet. Im Bioladen kaufen wir oft Obst und Gemüse, das nicht mehr so toll ausschaut zum halben Preis und retten diese Lebensmittel vor der Mülltonne.

Bioabfall liefert Energie. Dafür muss aber der Bioabfall in der Biogasanlage und nicht in der Müllverbrennungsanlage verbrannt werden. Eine Bananenschale liefert ungefähr 34 Minuten Energie für eine 11 Watt Lampe; Essensreste liefern auf Grund ihres Nährstoffgehalts sogar noch mehr Energie.*

Was wir nicht gewusst haben, die Kommunen müssen den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit bieten, Biomüll in einer eigenen Tonne zu entsorgen.*

Für alle die, die es nicht ganz genau wissen, sei hier noch einmal aufgelistet, welche Abfälle in die Biotonne gehören: Eierschalen, Gemüse, Obst, Salat, Kaffeesatz, Nussschalen, Obstkerne, ungekochte Speisereste, Teebeutel, Zitrusfrüchte, Blumenabfälle, Blumenerde, Fallobst, Laub, Moos, Rasen, Unkraut, Haare, Holzwolle, Sägespäne.

Nicht in die Biotonne gehören: Gekochte Speisereste, Flüssigkeiten, Staubsaugerbeutel, Vogelsand, Asche, Windeln, Zigarettenkippen, Kleintierstreu, Plastikbeutel!

Restmülltonne

In die Restmülltonne gehören im Grunde alle die Abfälle, die nicht in der Gelben Tonne, Papiertonne, Biotonne oder Glascontainer entsorgt werden können.

Sperrmüll, Elektrogeräte, Batterien, Energiesparlampen, Bauschutt, Altkleider, Korken, CDs, Handys und Schadstoffe (Farben, Lacke, Chemikalien, Lösungsmittel, Motoröl, Leuchtstoffröhren, Pflanzenschutzmittel oder Altmedikamente) gehören nicht in den Restmüll und sollten separat entsorgt werden.

Nachfolgend eine Auflistung der Abfälle, die in die Restmülltonne gehören: Abdeckfolien, Asche, Bürsten, Binden, Disketten, Einmalhandschuhe, Feinstrumpfhosen, Feuerzeug, Filzstifte, Fotos, Gummi, Hygieneartikel, Kämme, Kaugummis, Kerzenreste, Klebeband, Kleintierstreu, Knochen, Kugelschreiber, Kassetten, Pergamentaper, Pflaster, Pinsel, Putzlappen, Rasierklingen, Regenschirme, gekochte Essensreste, Schallplatten, Staubsaugerbeutel, Tampons, Tapeten, Taschentücher, Thermoskannen, verschmutztes Papier, Vogelsand, Watte, Wattestäbchen, Windeln, Zahnbürsten und Zigarettenkippen.

Wohin mit alten Möbeln, Elektrogeräten, Medikamenten, Handys & Co.?

Batterien, CDs & Korken

Für Batterien, CDs und Korken gibt es oft in Rathäusern/Bürgerämtern oder auch in manchen Lebensmittelgeschäften, extra Tonnen, in denen diese Abfälle entsorgt werden können. Ansonsten werden sie auf dem Wertstoffhof entgegengenommen.

Batterien enthalten giftige Inhaltsstoffe und gehören nicht in den Restmüll. Gefährlich wird es, wenn sie einfach irgendwo in die Natur geschmissen werden. Denn sie enthalten giftige Schwermetalle, die so in die Nahrungskette gelangen können. Hersteller können die in den Batterien enthaltenen Eisen, Zink, Nickel und Silber dazu benutzen, wieder neue Batterien herzustellen. Daher sollten Batterien auf jeden Fall zu den entsprechenden Sammelstellen gebracht werden.

Kork ist ein sehr wichtiges Naturprodukt. Es können jedoch nur Naturkorken recycelt werden. Kunststoffkorken können nicht wiederverwertet werden und müssen aussortiert werden. Naturkorken bestehen aus der Rinde der Korkeiche. Es dauert jedoch 25 Jahre, bis die Rinde einer neu gepflanzten Korkeiche geerntet werden kann. Außerdem darf die Ernte nur alle 7 bis 10 Jahre erfolgen. Durch das Recyceln werden die Korkeichen geschützt, da die Kultur durch die Übernutzung bedroht ist. Die Flaschenkorken werden zu Granulat verarbeitet, das wiederum zu Schuhsohlen, Fußböden und Dämmstoff verarbeitet werden kann.

CDs sollten, damit sie recycelt werden können, unbedingt bei den entsprechenden Sammelstellen (Bürgerämter, Wertstoffhof) abgegeben werden. CDs bestehen u. a. aus dem hochwertigen Kunststoff Polycarbonat. Dieser Stoff kann recycelt werden und zur Herstellung von Computergehäusen, Innenausstattung von Fahrzeugen oder für die Medizintechnik genutzt werden. Es gibt Firmen, die sich auf den Ankauf von CDs und Kabel (Kupfer) spezialisiert haben und bis zu 10 Cent pro Kilo zahlen.

Altmedikamente

Altmedikamente werden, wenn man Glück hat, von Apotheken zurückgenommen und entsorgt. Die Apotheken sind jedoch nicht verpflichtet, die Altmedikamente entgegen zu nehmen. Altmedikamente können bei den Schadstoffsammelstellen abgegeben werden. Auf keinen Fall sollten sie in den Restmüll oder ins Abwasser geraten.

Handys

Wir haben festgestellt, dass alte Handys ganz gut an die Großeltern oder an die Kinder weitergegeben werden können. Es besteht auch noch die Möglichkeit, diese über ebay oder ebay Kleinanzeigen zu verkaufen. Da Handys wichtige Rohstoffe enthalten, sollten alte Geräte auf gar keinen Fall im Restmüll landen (gesetzlich verboten). Sie können auch in Elektrofachgeschäften oder Recyclinghöfen abgegeben werden.

Sperrmüll und Elektroschrott

Sperrmüll und Elektroschrott kann ebenfalls auf den Recyclinghöfen und Wertstoffhöfen entsorgt werden. Bevor Möbel und Elektrogeräte weggeworfen werden, ist es vielleicht sinnvoll, im Freundes- oder Bekanntenkreis zu fragen, ob jemand die Möbel oder Geräte gebrauchen kann. Eine andere Alternative bieten Trödelläden. Der Verkauf bei ebay oder ebay Kleinanzeigen ist eine weitere Möglichkeit.

Bücher

Bücher können ohne Buchrücken in die Papiertonne entsorgt werden. Der Verkauf der Bücher bei einer Onlineplattformen ist vielleicht sinnvoller als die Bücher wegzuschmeißen. In sehr vielen Städten gibt es öffentliche Bücherregale, in die kostenlos und ohne Aufwand Bücher für andere zum Mitnehmen bereitgestellt werden können.

Alttextilien

Alttextilien können bei Kleidertauschparties gegen andere Stücke getauscht werden. Außerdem nehmen Secondhandläden alte Kleidung gegen Kommission an. Neben Tauschen, Verschenken oder Verkaufen gibt es noch die Möglichkeit des Upcyclings.

Wir finden, die Altkleidertonne sollte die letzte Option für Alttextilien darstellen, denn oft werden die Alttextilien an Händler verkauft, die diese nach Afrika verkaufen. Damit wird dort die heimische Textilindustrie zerstört. 

Quellen: *https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/alltagsprodukte/19838.html
Broschüre Umwelt Bundesamt: Abfälle im Haushalt. Vermeiden, Trenne, Verwerten

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