Mit der Fähre auf die Kanaren
11iE Unterwegs Kanarische Inseln Reisen

Mit der Fähre auf die Kanaren

Überfahrt nach Teneriffa, Lanzarote, Gran Canaria oder La Palma

Wer mit dem eigenen PKW oder Camper auf die Kanaren reisen möchte, hat die Möglichkeit, von Südspanien aus mit der Fähre auf die Kanaren überzusetzen.

Es gibt zwei Reedereien, die eine Überfahrt auf die kanarischen Inseln Teneriffa, Lanzarote, Gran Canaria oder La Palma anbieten: Die Trasmediterranea und die Naviera Armas. Die Fähren verkehren einmal die Woche von Cadiz (Trasmediterranea) bzw. Huelva (Naviera Armas) aus.

Trasmediterranea

Die Trasmediterranea bietet die Möglichkeit, von der südspanischen Hafenstadt Cadiz aus die kanarischen Inseln Teneriffa, Lanzarote, Gran Canaria oder La Palma mit der Fähre zu erreichen.

Route:
Hin: Cadiz (Spanien) – Arrecife (Lanzarote) – Las Palmas (Gran Canaria) – Santa Cruz de Tenerife (Teneriffa) – Santa Cruz de la Palma (La Palma)

Die Fähre „Albayzin“ legt immer dienstags am Nachmittag in Cadiz ab. Mittwochnacht erreicht man den Hafen von Lanzarote, am Donnerstagmorgen Gran Canaria, spätnachmittags dann Teneriffa. Freitagmorgen kommt man auf La Palma an (Reisedauer: 2 Tage und 16 Stunden).

Zurück: Santa Cruz de la Palma (La Palma) – Santa Cruz de Tenerife (Teneriffa) – Las Palmas (Gran Canaria) – Puerto del Rosario (Fuerteventura) – Arrecife (Lanzarote) – Cadiz (Spanien)

In La Palma legt die Fähre am Freitagnachmittag ab, abends erreicht sie Teneriffa und am nächsten Morgen Gran Canaria. Samstagabend dann Fuerteventura. Von Fuerteventura aus geht es dann weiter Richtung Festland. Cadiz erreicht die Fähre am Montagmittag. (Reisedauer: 2 Tage und 19,5 Stunden).

Preise:
Die Preise richten sich nach der Anzahl der Person, Anzahl der Haustiere, Größe des Fahrzeugs (PKW, Camper, Motorrad, Fahrrad) und danach, ob Sitzplätze oder eine Kabine gebucht werden.

https://www.trasmediterranea.es/en

Naviera Armas

Die Naviera Armas fährt von Huelva aus die kanarischen Inseln Teneriffa, Lanzarote und Gran Canaria an. Von Teneriffa aus gibt es für die, die von Huelva aus angereist sind die Möglichkeit, mit einer anderen Armas-Fähre kostenfrei weiter nach La Gomera oder La Palma zu reisen.

Mit der Fähre auf die Kanaren

Route: 
Hin: Huelva (Spanien) – Arrecife (Lanzarote) – Las Palmas (Gran Canaria) – Santa Cruz de Tenerife (Teneriffa) -> von hieraus ist eine Weiterfahrt nach La Gomera oder La Palma möglich

Immer samstags legt die Fähre „Volcan del Teide“ mittags von Huelva Richtung Teneriffa ab. Sonntagnachmittag erreicht die Fähre Lanzarote, gegen Abend Gran Canaria und kurz nach Mitternacht Teneriffa (Reisedauer: 1 Tag und 12 Stunden).

Zurück: Santa Cruz de Tenerife (Teneriffa) – [in den Sommermonaten: Las Palmas (Gran Canaria) – Arrecife (Lanzarote)] – Huelva (Spanien)

Donnerstags legt die Armas-Fähre von Teneriffa aus Richtung Huelva ab. In den Wintermonaten werden keine Zwischenstopps eingelegt. Die Fähre erreicht am Freitagabend den Hafen von Huelva (Reisedauer: 1 Tag und 9 Stunden).

Preise:
Die Preise richten sich nach der Anzahl der Person, Anzahl der Haustiere, Größe des Fahrzeugs (PKW, Camper, Motorrad, Fahrrad) und danach, ob Sitzplätze oder eine Kabine gebucht werden.

Wir sind mit der „Volcan del Teide“ von Huelva nach Teneriffa gefahren und haben für 3 Personen und der Mitnahme eines normalen PKWs für die Hin- und Rückfahrt 1.019,12 Euro bezahlt. Eine Schlafkabine hatten wir nicht gebucht. (Stand: Dez. 2017)

https://www.navieraarmas.com/en/home

Trasmediterranea und die Naviera Armas

Die Trasmediterranes ist im Vergleich zur Naviera Armas teuerer und bedeutend länger unterwegs. Dafür soll das Essen auf der Trasmediterraneas qualitativ hochwertiger und im Ticketpreis inbegriffen sein. Hundebesitzer berichteten uns, dass die Überfahrt für die Tiere mit der Naviera Armas wesentliche entspannter ist, da die Tiere auf der Naviera Armas nicht die komplette Fahrt über in ihren Käfigen sitzen müssen (weiter unten gibt es noch einen separaten Abschnitt zum Thema Hautiere). Wer sich vor der Überfahrt noch die Hafenstadt ankucken möchte, der bekommt in Cadiz wohl wesentlich schönere Plätze zu sehen. Cadiz gehört zu den ältesten Städten Europas und hat eine attraktive Altstadt. Huelva hingegen ist wenig touristisch geprägt und im Grunde eine Industriestadt (Chemieindustrie).

Überfahrt nach La Gomera

Mit der Fred Olsen oder mit der Naviera Armas ist eine Überfahrt nach La Gomera täglich zu verschiedenen Tageszeiten von Teneriffa, La Palma oder Gran Canaria (ausschließlich mit der Naviera Armas) aus möglich.

Mit der Fähre auf die Kanaren

https://www.navieraarmas.com/en/home
https://www.fredolsen.es/en

Überfahrt nach El Hierro

El Hierro wird von Teneriffa aus in der Regel einmal pro Tag (bis auf samstags) von der Naviera Armas angefahren.

https://www.navieraarmas.com/en/home

Tickets kaufen

Die Tickets können direkt am Hafen gekauft oder aber vorab online erworben werden. Zu Beginn der Überwinterungssaison ist die rechtzeitige Onlinebuchung zu empfehlen, da die Kabinen und auch das Fahrzeugdeck ausgebucht sein können. Auch wir hatten sicherheitshalber bereits online gebucht.

Reisedokumente

Ausweis bzw. Reisepass sowie Fahrzeugpapiere sollten mitgeführt werden. Die Fahrzeugpapiere mussten wir jedoch bei keiner der Kontrollen vorzeigen. Es wurden nur die Pässe und die Tickets kontrolliert.

Anreise und Check-In

Der Hafen von Huelva befindet sich in einem Industriegebiet und wirkt nicht gerade einladend. Der Weg zur Fähre ist nicht sehr gut ausgeschildert. Wir landeten zunächst vor einer Absperrung, wo bereits andere PKWs und Camper warteten. Es stellte sich jedoch heraus, dass sich der Check-In auf der anderen Seite des Hafengeländes befand.

Auch in Santa Cruz de Tenerife war es nicht ganz unkompliziert, die Straße zum Fährhafen zu finden, da sich diese Straße nur erreichen lässt, wenn man die Autobahn aus südlicher Richtung kommend benutzt und dann von einem Kreisverkehr aus auf diese Straße in Richtung Fährhafen abbiegt.

Wer die Tickets bereits online gebucht hat kann sich gleich in die Autoschlange am Pier einreihen und muss nicht noch einmal am Schalter einchecken.

Mit der Fähre auf die Kanaren

Da die Fähren Richtung Festland bzw. auf die Kanaren vom Festland aus nur einmal die Woche abfahren ist es zu empfehlen, genug Pufferzeit einzuplanen. Es kann immer wieder etwas Unerwartetes dazwischenkommen. Wir beispielsweise haben auf der Hinfahrt einen halben Tag auf Grund einer Reifenpanne verloren.

Generell sollte man zwei Stunden vor Abfahrt im Fährhafen eintreffen, wenn man mit einem Camper oder PKW reist.

Zoll und Kontrollen

Bei der Abfahrt und auch bei der Ankunft am Hafen werden die Pässe und Tickets kontrolliert. Die Fahrzeugkennzeichen werden beim Einfahren und Verlassen der Häfen gescannt, außerdem finden regelmäßig stichprobenartig Kontrollen der Fahrzeuge und Koffer/Taschen statt.

Ausstattung

Die „Volcan del Teide“ ist mit einem Selbstbedinungsrestaurant, einem Bistro, einer Kinderspielecke und einem Duty-Free-Shop ausgestattet. Der Bereich für die Hunde befindet sich auf dem Sonnendeck. Im Außenbereich steht den Reisenden ein Meerwasserpool sowie eine Bar zur Verfügung, an der man, wenn man Glück hat, leckeren, firsch gepressten Orangensaft bekommt (leider in Pappbechern!). Für Unterhaltung sorgt ein Animationsteam (Bingo, Karaoke).

Auch wenn es manche Wanderurlauber aus nördlichen Gefilden, die auf den Kanaren die Ruhe suchen, irritiert, wird konsequent eine Animationsshow von drei Animateuren in grasgrünen Trainingsanzugsuniformen dargeboten. Dabei spielt es keine Rolle, wie stark das Interesse der Mitreisenden an dieser Darbietung ist – komme was wolle, die Show wird in jedem Fall durchgezogen. Mit der Zeit wächst, insbesondere bei den spanischen Reisenden, die Mitmachbereitschaft und das Ganze gipfelt in einer abendlichen Karaokeshow. Dabei bestätigt sich in gewisser Weise das Klischee vom steifen Deutschen (sich selbst inbegriffen), während der Spanier im oberen Dezibell-Bereich ggf. auch schief singend sehr viel Spaß hat.

 

Außerdem werden auf mehreren TV-Monitoren Spielfilme oder Dokumentationen gezeigt (Spanisch mit englischem Untertitel). Die Borddurchsagen erfolgen auf Spanisch und Englisch, ab und an auch auf Deutsch.

Die Fahrzeugdecks dürfen täglich für eine halbe Stunde betreten werden. Zuvor erfolgt eine Lautsprecherdurchsage.

Schlafen

Es besteht die Möglichkeit, für die Überfahrt, Schlafkabinen zu buchen. Wir selbst hatten keine gebucht. Wir hatten jedoch die Möglichkeit, einen Blick in die Kabinen zu werfen.

Die Plätze in den Pullman Seats sind zum Schlafen nicht sonderlich geeignet. Die meisten Passagiere, die nicht in Kabinen übernachten, nutzen die Sofas und Sessel in der Lounge zum Übernachten. Dies wird jedoch nur auf einem Deck toleriert. Auf dem darunter liegenden Deck wird man vom Securitypersonal freundlich aber bestimmt darauf hingewiesen, ein Deck höher zu gehen.

Es gibt in der Lounge spezielle Bereiche, die von den erfahrenen Passagieren sofort belegt werden. Dazu gehören die Sofabereiche in den Ecken und Plätze in der Nähe einer Steckdose. Demzufolge ist die Schnittmenge aus beiden Faktoren also Sofa in der Ecke mit Steckdose ganz besonders beliebt. Da die Steckdosen zum Laden diverser Mobilgeräte rege genutzt werden, ist unser Tipp ggf. einen kleinen Steckdosenverteiler (Mehrfachsteckdose) mitzunehmen. So kann man mehrere eigene Geräte gleichzeitig aufladen oder sich eine Steckdose mit anderen Passagieren teilen.

Um die Nacht auf den Sofas verbringen zu können sind Schlafsäcke und Kopfkissen sehr nützlich. Isomatten sind jedoch ungern gesehen. Man muss sich also mit den Sofas arrangieren, die jedoch zu kurz sind, um sich gemütlich auszustrecken. Wer auf die Polsterung des Sofas verzichten kann, kann sich natürlich auch direkt auf den Boden legen.

Essen

Das Selbstbedienungsrestaurant öffnet dreimal täglich.

11iEs Bodenflug

Um hier essen zu können, gibt es ein spezielles Bonsystem. Die Bons können an der Rezeption erworben werden. Man kann natürlich auch bar zahlen, damit kommen die Mitarbeiter nicht so gut zurecht und sind entsprechend verwirrt, wenn man ohne Bons an der Kasse des Selbstbedienungsrestaurants steht. Das Selbstbedienungsrestaurant befindet sich auf zwei Ebenen in der Mitte des Schiffes. Hier findet man auch diverse Mikrowellen, die von den Reisenden genutzt werden können.

Mit der Fähre auf die Kanaren

Der Bistrobereich bietet belegte Sandwiches, diverse Kuchen sowie kalte und warme Getränke an. Wir würden jedoch empfehlen, sich sein eigenes Essen mitzunehmen, da Lucullus einen weiten Bogen um das Selbstbedienungsrestaurant und Bistro machen würde.  

Der Hundebereich auf dem Sonnendeck

Während Tiere bis zu 6 kg in einem Transportbehälter mit auf die unteren Decks, jedoch nicht in die Kabinen und nicht in den Restaurantbereich, genommen werden dürfen, müssen Tiere über 6 kg auf das Sonnendeck, auf dem die Zwinger untergebracht sind. Wir konnten beobachten, dass die Hunde angeleint und in Begleitung ihrer Besitzer die Käfige verlassen durften. Viele hatten die Nacht auf den Liegestühlen auf dem Sonnendeck bei ihren Hunden verbracht, so mussten die Hunde nicht in die Käfige gesperrt werden. Die Hunde haben auf uns einen recht entspannten Eindruck gemacht. Lilly hat, obwohl wir keinen Hund haben, einen großen Teil der Reise bei den Hunden auf dem Sonnendeck verbracht.

 

Die Fähren sind natürlich nicht mehr ganz neu. Besonders den Fähren, die zwischen den Inseln verkehren, sieht man zum Teil ihr Alter an.

Bei Fragen oder Anregungen kannst Du uns gerne eine Rückmeldung via Kommentar, Kontaktformular oder E-Mail hinterlassen.

Fotos: ps-ixel.com

  1. Bernd Rommerskirchen

    Hallo ihr Drei,
    ich danke euch für den Geilen Bericht, der mir sehr Geholfen hat.
    Wir wollen im Dezember nach Teneriffa, mit Hund, haben einen Größeren Van aber keinen Bus.
    Leider kann ich nicht Online die Fähre Buchen, weil dort geht es nur wenn ich auch eine Rückreise eingebe, da wir aber nicht zurück wollen geht es nicht. Der Preis denke ich wird die Hälfte von eurem sein.
    Ich wünsche euch noch viele Unfallfreie Reisen und bedanke mich nochmals für den geilen Bericht und die Bilder.
    Gruß Bernd

    • Hallo Bernd,
      es freut uns, dass wir Dir/Euch mit unserem Bericht weiterhelfen konnten. Ich denke, Du kannst das Feld für die Rückreise einfach frei lassen, so dass Du auch online buchen kannst. Das geht, meines Erachtens immer 3 Monate im Voraus mit der Onlinebuchung. Das ist natürlich toll, wenn man nur ein Ticket für die Hinfahrt benötigt. 🙂 Wir wünschen Euch viel Spaß und Erfolg auf der Insel.
      Liebe Grüße
      Elfie von 11iE

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