Menstruationstasse
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Die Menstruationstasse – gesünder, sparsamer und ökologischer

Seit einiger Zeit benutze ich statt Tampons die Menstruationstasse von OrganiCup. Anfangs hat es mich total abgeschreckt, die Tasse auszuprobieren. Ich habe viele Artikel gelesen, in denen es hieß, dass man Wochen, gar Monate braucht, bis man die Menstruationstasse richtig einsetzen kann und sich an sie gewöhnt hat. So schlich ich also wochenlang um den kleinen braunen Karton herum und habe das Ausprobieren immer auf den nächsten Tag verschoben. Doch irgendwann war dann nix mehr mit Aufschieben. Die Monatsblutung war da und ich hatte keine Tampons mehr im Haus. So blieb mir nichts anderes übrig, als die Menstruationstasse nun endlich auszuprobieren.

Menstruationstasse

Wie funktioniert das Ding denn nun?

Vor dem ersten Gebrauch wird die Tasse in kochendem Wasser 5 Minuten sterilisiert. Dann kann es eigentlich schon los gehen. Hände waschen, Menstruationstasse falten und einsetzen. Achte darauf, dass sich die Tasse nach dem Einsetzen voll entfaltet, da sie sonst undicht sein kann. Nach dem sich die Menstruationstasse im Körper entfaltet hat, bildet sich ein Unterdruck, der dafür sorgt, dass die Menstruationstasse an ihrem Platz bleibt.

Hier findest Du eine Anleitung, wie die Tasse gefaltet werden kann: https://www.organicup.com/how-it-works/?v=3a52f3c22ed6

Hier gibt es eine zusätzliche Anleitung zum Einführen und Entfernen der Menstruationstasse: https://www.organicup.com/help/?v=3a52f3c22ed6

Die Tasse sollte nach 12 Stunde auf jeden Fall entfernt und geleert werden. Zum Entfernen die Wände der Tasse mit den Fingern eindrücken, um den Unterdruck zu lösen. An dem Stiel der Tasse sollte man nicht ziehen. Ich muss zugeben, ich musste mich eher an das Entfernen als an das Einführen gewöhnen. Der Inhalt wird dann in die Toilette entleert. Die Menstruationstasse wird anschließend mit Wasser ausgespült. Danach kann sie wieder eingesetzt werden. Eigentlich ist es selbstverständlich, ich erwähne es aber trotzdem: Bitte vor und nach dem Einführen die Hände waschen!

Ich persönlich entleere die Tasse tagsüber alle 4 Stunden. Nachts bleibt sie 8 bis 10 Stunden eingesetzt. Außerdem koche ich sie zusätzlich täglich aus. Das muss aber laut Hersteller nicht sein. Es reicht aus, die Tasse jeden Monat vor Gebrauch auszukochen. Ist die Monatsblutung vorbei koche ich sie ebenfalls aus und verwahre sie im mitgelieferten Säckchen.

Oft hat man in öffentlichen Toiletten nicht die Möglichkeit, die Tasse auszuspülen. Daher habe ich mir noch eine zweite Menstruationstasse bestellt. So kann ich die eine nach dem entleeren mit Toilettenpapier reinigen und die frische, zuvor zu Hause ausgekochte Menstruationstasse einsetzen, welche ich in einer sterilen Edelstahlbox transportieren werde.

Mein Fazit in Bezug auf die Handhabung

Das Einsetzen ging fix und war, anders als ich erwartet hatte, unproblematisch. Das Entfernen der Menstruationstasse erforderte etwas mehr Übung, aber nach 2-3 mal Entfernen der Tasse hat man den Dreh raus. Die Menstruationstasse ist komplett dicht.

Menstruationstasse

OrganiCup

Ich habe mich für OrganiCup entschieden, weil ich eine Tasse ohne Farbstoffe haben wollte. Zum andern hat mich das minimalistische Design von OrganiCup angesprochen.

Die OrganiCups gibt es in zwei Größen:

– Size A für Frauen unter 30 oder für die, die noch keine Kinder geboren haben. (Fassungsvolumen: 25 ml, Länge: 65 mm, Durchmesser 40 mm)
– Size B für Frauen über 30 oder für die, die bereits vaginal entbunden haben.
(Fassungsvolumen: 30 ml, Länge: 70 mm, Durchmesser: 45 mm).
Die Angaben sind aber auch nur Richtwerte. Der Körperbau und die stärke der Periode spielen ebenfalls eine Rolle.

Die Tassen bestehen zu 100 % aus medizinisch zugelassenem Silikon. Silikon ist hygienisch und antibakteriell. Es ist frei von Klebstoffen, Bleichmitteln und Chlor. Die Menstruationstassen von OrganiCup sind frei von Farbstoffen.

Meine Menstruationstasse habe ich direkt bei OrganiCup (Size B) bestellt (Kosten: 24 Euro zzgl. Versand).

Menstruationstasse

Die Menstruationstasse kann, bei korrekter Verwendung, laut Hersteller bis zu 10 Jahre verwendet werden.

Solltest Du mit der Spirale verhüten, wird empfohlen, zunächst Rücksprache mit dem/der Frauenarzt/-ärztin zu halten, da es vorkommen kann, dass durch den Unterdruck die Spirale beim Entfernen der Tasse mit entfernt wird. Direkt nach der Geburt, nach einer Infektion oder bei anatomischen Besonderheiten wird von der Anwendung der Tasse abgeraten.

Die Vorteile gegenüber Tampons und Binden – gesünder, sparsamer und ökologischer

Gesünder

Binden und Tampons enthalten oft Inhaltsstoffe wie Bleichmittel, Klebstoffe oder Duftstoffe. Während Tampons und Binden die Flüssigkeit absorbieren, sammeln die Tassen diese lediglich. TSS (Toxischer Schocksyndrom)  kann bei der Verwendung von Tampons auftreten. Dabei handelt es sich um eine Infektion mit Streptokokken, die auftreten kann, wenn Tampons nicht oft genug gewechselt werden. Angeblich tritt TSS in Verbindung mit der Menstruationstasse nicht auf. Trotzdem wird empfohlen, die Tasse regelmäßig zu leeren und zu reinigen.

Sparsamer

Laut Hersteller kann die Menstruationstasse, wie oben schon erwähnt, bis zu 10 Jahre verwendet werden. Ich besitze zwei Tassen. Selbst wenn ich mich nach 5 Jahren dazu entschließe, die Tassen gegen neue Menstruationstassen auszutauschen, zahle ich für die 5 Jahre 52,80 Euro.
Ich habe ausgerechnet, dass ich in 5 Jahren für Tampons ca. 250 Euro ausgebe. Das bedeutet, ich minimiere meine Ausgaben diesbezüglich auf 1/5.

Ökologischer

Durch das Benutzen von Tampons und Binden produzieren wir sehr viel Müll und belasten die Umwelt.
Mein Verbrauch an Tampons pro Monat lag bei ca. 25 Stück. Auf das Jahr gerechnet sind das 300 Tampons. In 5 Jahren sind es 1.500 Tampons, die ich dank der Menstruationstasse einspare.

Fotos: ps-ixel.com

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  1. Danke für den Bericht – jetzt bin ich beruhigt, denn meine Tasse teste ich im nächsten Monat. Habe diesen Monat meine restlichen Tampons verschenkt, sodass ich nun endlich gezwungen bin, meine Tasse zu testen – ich schleiche da auch schon eine Weile drum herum.

    • Liebe Kerry,
      sehr gerne. Ich wollte es einfach mal mitteilen, weil ich es auf Grund einiger „negativ“ Berichte auch lange hinausgezögert habe. Ich denke, jede Frau sollte es ausprobieren und keine Angst davor haben! Für mich auf jeden Fall die ökologischste, gesündeste und sparsamste Alternative.
      Liebe Grüße
      Elfie von 11iE

  2. Vielen Dank für deinen Bericht. Allerdings würde ich dir gerne einen Tipp geben: NIE an dem Stil der Menstruationstasse ziehen, sondern die Wänder der Tasse mit den FIngern etwas eindrücken um den Unterdruck zu lösen. Der Stil ist eigentlich nur zum „Finden“ der Tasse da, man kann ihn auch abschneiden…
    Ich versuche es mit dem Ruby Cup seit 3 Monaten, leider ist es bei mir immer undicht an den ersten beiden Tagen.. bin gerade etwas frustriert.. werde aber nicht aufgeben 🙂

    LG Nadia

    • Liebe Nadia, vielen Dank für den Tipp. Werde ich befolgen. 😉
      Ich habe gelesen, dass manche, nachdem sie den Hersteller gewechselt haben, mit einer anderen Tasse besser zurecht gekommen sind.
      Eventuell passt eine andere Menstruationstasse besser zu Dir? Bei Facebook gibt es eine Gruppe, da kann man sich noch ausführlicher beraten lassen.
      Ich drücke Dir die Daumen, dass es bald besser klappt mit der Tasse.
      Ganz liebe Grüße

      Elfie von 11iE

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