Haarseifen und Shampoobars

Die Unterschiede auf den Punkt gebracht.

Shampoobars und Haarseifen sind kompakt, nehmen nicht viel Platz weg und Du kannst jede Menge Plastikmüll einsparen, wenn Du sie anstelle von Flüssigshampoo verwendest. Feste Seifen und Shampoobars versorgen Deine Haut und Haare mit wertvollen Substanzen. Der Unterschied, die Substanzen sind nicht in Wasser gelöst und müssen nicht in Plastikflaschen verpackt werden.

Wir haben festgestellt, dass viele Leser/innen unseres Blogs davon ausgehen, dass es sich bei Haarseifen und Shampoobars um das gleiche Produkt handelt. Daher möchten wir Dir hier die Unterschiede zwischen Haarseifen und Shampoobars aufzeigen.

Haarseifen und Shampoobars – die Unterschiede

Haarseifen

Herstellung und Inhaltsstoffe

Zur Herstellung von Haarseifen werden hochwertige Fette und Öle unter Zuhilfenahme von Natronlauge verseift. Dabei werden zunächst die Fette und Öle z. B. Kokosfett und Olivenöl geschmolzen, die Natronlauge wird unter Rühren dazugegeben. Durch das Rühren verdickt die Masse. Seifenleim entsteht. Während der Abkühlugnsphase können weitere Öle wie Rizinusöl, Leinöl, Avocadoöl oder Jojobaöl hinzugegeben werden. Eventuell werden auch für die Kosmetikherstellung zugelassene Farbstoffe oder ätherische Öle hinzugefügt. Der Seifenbrei wird anschließend in eine Seifenform gegossen. Nun muss die Seife vier bis sechs Wochen „reifen“. Dabei trocknet die Seife aus und der ph-Wert sinkt.

Überfettung

Bei der Herstellung von Körper- und Haarseifen wird absichtlich eine Überfettung erzeugt. Das bedeutet, ein Teil der Fette/Öle reagiert nicht mit der Natronlauge und bleibt als pflegender Bestandteil in der Seife zurück. Diese überschüssigen Fette wirken rückfettend und sorgen dafür, dass die Haut nicht austrocknet.

Haarewaschen mit Haarseifen

Die beste Voraussetzung für das Haarewaschen mit Haarseife bietet weiches Wasser. Es empfiehlt sich, die Haare bereits vor dem Waschen gut durchzukämmen. So wird das Sebum von der Kopfhaut in die Längen gezogen und kann besser ausgewaschen werden. Es bietet sich an, nicht die ganze Seife zu benutzen, sondern ein kleines, handliches Stück abzuschneiden. Die Haare zuvor gut abduschen, sodass sie wirklich überall schön nass sind. Die Seife nun zwischen den Handflächen mit etwas Wasser zum Schäumen bringen (der Schaum ist wichtig, damit die Waschwirkung einsetzen kann) und nun den Schaum in die Haarlängen verteilen und danach mit heißem Wasser gründlich ausspülen, bis die Seife komplett ausgewaschen ist. Es sollten keine Seifenreste im Haar verbleiben. Je nachdem, wie sich die Haare anfühlen und wie gut die Seife schäumt, bietet es sich an, die Haare noch ein zweites Mal zu waschen. Nach der Haarwäsche mit Haarseife das Haar mit einer Spülung behandeln. Dazu eignet sich beispielsweise eine saure Rinse aus Zitronensaft oder Apfelessig. Wir bevorzugen Zitronensaft. Dazu pressen wir den Saft einer halben Zitrone aus und verdünnen das Ganze mit einem Liter Wasser und spülen damit die Haare gründlich aus. Wenn das Wasser besonders hart, also kalkhaltig ist, ist eine Spülung mit lauwarmem Essig- oder Zitronenwasser essenziell. Die Spülung sollte nur in die Haarlängen gegeben werden, damit die Kopfhaut nicht wieder entfettet wird und austrocknet. Dunkel gefärbte Haare können gut mit Schwarzem Tee gespült werden. Zum Schluss werden die Haare noch einmal gründlich mit klarem Wasser ausgewaschen, anschließend mit einem Handtuch trocken getupft und gut durchgekämmt.

Nach der Verwendung kann die Seife am besten auf einer Seifenschale, die über kleine Abtropflöcher verfügt, an der Luft trocknen.

Der Einstieg

Anfangs sollte man einfach verschiedene Haarseifen ausprobieren. Am besten mit unterschiedlicher Überfettung und mit verschiedenen Zutaten/Ölen, um für sich die beste Seife zu finden. Welche Haarseife mit welcher Überfettung und Zutaten die Richtige ist, muss jeder für sich selbst ausprobieren. Sollte sich eine Haarseife fürs Haarewaschen nicht eignen, kann sie gut als Hand- oder Körperseife verwendet werden. Bei sehr kalkhaltigem Wasser verbleiben Kalk- und Seifenreste (Kalkseife) in den Haaren. Daher empfehlen wir in diesem Fall die Verwendung von Shampoobars.

Shampoobars

Herstellung und Inhaltsstoffe

Ein Shampoobar ist im Grunde nichts anderes als Flüssigshampoo, dem Wasser entzogen wurde. Zur Herstellung von Shampoobars (festem Shampoo) werden u. a. Tenside und hochwertige Öle miteinander vermischt. Die Tenside im Shampoo sorgen für die Schaumbildung und für die Reinigungswirkung; die hochwertigen Öle für die Pflege. Die Masse wird in eine Form gegeben und getrocknet. Anders als Haarseifen sind Shampoobars bereits ein bis zwei Tage nach der Herstellung getrocknet und einsatzbereit.

Haarewaschen mit Shampoobars

Die Haare vor dem Waschen gut durchkämmen. Das Shampoobar wird zunächst in der Hand aufgeschäumt. Nun besteht entweder die Möglichkeit, nur den Schaum im nassen Haar zu verteilen und die Haare wie gewohnt zu waschen oder mit dem nassen Shampoostück über die Haare zu fahren und den Schaum dann in die Haarspitzen einzumassieren. Aufgrund der Tenside schäumt ein Shampoobar deutlich besser als eine Haarseife. Auf eine Spülung mit Tee oder einer sauren Rinse kann verzichtet werden, da anders als bei der Haarwäsche mit einer Haarseife keine „Kalkseife“ entsteht. Es reicht, die Haare einfach mit Wasser gut auszuspülen. Nach der Haarwäsche die Haare mit einem Handtuch trocken tupfen, gut durchkämmen und an der Luft trocknen lassen.

Das Shampoobar nach der Verwendung auf eine Seifenschale aufbewahren. Wichtig ist, dass die Seifenschale Abtropflöcher für den Wasserablauf besitzt, damit es gut trocknen kann.

Die Umstellung von Flüssigshampoo auf Shampoobars oder Haarseifen

In der Regel dauert die Umstellung ca. vier bis sechs Wochen. Wir empfehlen, mit einem festen Shampoobar anzufangen. So kannst Du Dich an das Haarewaschen mit einem festen Stück Shampoo gewöhnen. Der Vorteil, Du musst nicht noch zusätzlich auf eine Spülung mit Tee oder saurer Rinse zurückgreifen und hast ausreichend viel Schaumbildung.

Hast Du Dich an das Haarewaschen mit Shampoobars gewöhnt, kannst Du auch eine Haarseife ausprobieren. Solltest Du allerdings in einem Gebiet mit kalkhaltigem Wasser wohnen, ist es besser, wenn Du Shampoobars anstelle von Haarseifen verwendest, da Du sonst mit der oben beschriebenen „Kalkseife“ zu kämpfen hast.

Bei der Umstellung solltest Du Dir Zeit lassen und nicht gleich nach den ersten Versuchen aufgeben. Die Shampoobars und Haarseifen von kleinen Manufakturen sind handgefertigt. Auf Inhaltsstoffe wie PEG oder Silikon wird verzichtet. Den industriell hergestellten Shampoos werden diese Stoffe oft beigefügt, damit die Haare sich leicht kämmen lassen und nach dem Waschen gesund aussehen und sich auch so anfühlen. Doch Silikon repariert die Schäden nicht. Eine dünne Silikonschicht, die sich auf die Haare legt, sorgt dafür, dass kaputte Haare gesund aussehen. Sobald man die Silikonschicht von der Kopfhaut und den Haaren gewaschen hat, kommen die Schäden zum Vorschein. Daher empfiehlt es sich, den Haaren Zeit zu geben, sich zu erholen und umzustellen.

Fotocredit: ps-ixel (Patrick Schürfeld)

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