Kaffee Kaffeewissen

Die Entwicklung einer Kaffeepflanze

Hier zeigen wir Dir die Entwicklung unserer kleinen Kaffeepflanzen.

Da wir bereits einige Kaffeepflanzen geschenkt bekommen und Samen auch schon selbst eingepflanzt hatten, wollten wir mal den Versuch starten, die Kaffeepflanzen aus den selbst gepflückten Kaffeekirschen heranzuziehen.

Die Kaffeefrucht

Um die Kaffeekirschen einpflanzen zu können, ist es wichtig zu wissen, wie die Kaffeefrucht überhaupt aufgebaut ist. Die ungefähre Größe entspricht einer kleinen Weintraube. Allerdings ist der „Samen“ nur von einer dünnen Schicht Fruchtfleisch umgeben. Die unreife Kaffeefrucht ist zunächst grün, färbt sich dann, je nach Reifegrad, von gelb über hellrot hin zu dunkelrot. Manche Kaffeebäume tragen aber auch reife gelbe oder orangene Früchte, bei diesen ist es besonders schwer, festzustellen, wann die Früchte wirklich reif sind. Generell liegt die Kunst darin, die Kaffeekirschen zum richtigen Zeitpunkt zu ernten, denn die Frucht darf weder unreif noch überreif sein. Die Kaffeekirschen werden nicht alle gleichzeitig reif, das bedeutet, man muss bei der Ernte genau schauen, welche Kirsche schon reif ist und gepflückt werden kann. Ein Kaffee, der handgepflückt wurde ist zu bevorzugen, auch wenn er natürlich teurer ist.

Die Kaffeekirschen, die wir von den Pflanze im Café von Florian Steiner gepflückt hatten, waren bestimmt schon überreif. Da wir den Kaffee ja nicht rösten und zubereiten wollten, sondern nur einpflanzen, waren das für uns kein Problem. Das ist für keimfähige Samen eher von Vorteil.

Die Kaffeebohne ist zunächst von der roten Außenhaut umgeben, an die sich das Fruchtfleisch schließt. Die Bohne selbst ist von zwei weiteren Häuten, der Pergamenthaut und dem Silberhäutchen umschlossen. Normalerweise befinden sich zwei „flache“ Bohnen in einer Kaffeekirsche. Manchmal kommt es jedoch vor, dass sich nur eine einzige runde Bohne in der Kaffeekirsche befindet, die so genannte Perlbohne (Peaberry).

Vorbereitung der Kaffeesamen

Patrick hat zunächst einmal vorsichtig die rote Außenhaut mit dem Fruchtfleisch entfernt und die Bohnen gewaschen. Wichtig war es, darauf zu achten, dass die Pergamenthaut (sie ist relativ hart) nicht verletzt wird. Danach haben wir die Kaffeesamen mindestens eine Woche getrocknet. Nach der Trocknung hat Patrick vorsichtig die Pergamenthaut aufgebrochen. Hierbei muss man darauf achten, dass man die Bohnen nicht verletzt. Die Samen haben wir dann für ca. einen Tag in ein Glas mit lauwarmen Wasser gelegt und warm gestellt (ca. 30°C). Am nächsten Tag haben wir die Samen in Töpfe pflanzen können. Die Blumenerde darf gerne vom pH-Wert leicht säuerlich sein.

Die Bohne kann leicht in den Boden gedrückt werden. Du solltest jedoch darauf achten, dass die halbrunde Seite nicht von der Erde bedeckt ist. Auch nach dem Einpflanzen sollten die Bohnen möglichst warm (bei einer Temperatur von 30°C) stehen. Bei geringeren Temperaturen dauert das Keimen ggf. etwas länger. Den Pflanzenboden solltest Du feucht halten, er darf aber nicht zu nass werden, weil sonst die Gefahr besteht, dass sich Schimmel bildet. Je nach Lust und Laune keimen die Bohnen dann nach ca. einem Monat.

Die Kaffeekeimlinge

Die Kaffeekeimlinge, auch „Soldaten“ genannt, sehen irgendwie lustig aus. Als hätte man eine Kaffeebohne an einen langen, grünen Stängel geklebt.

Kaffeetriebe auch "Soldaten" genannt
Kaffeetriebe auch „Soldaten“ genannt

Nach einiger Zeit kann man bereits beobachten, wie kleine, grüne Blätter die Kaffeesamen aufsprengen und sich entfalten. Gelegentlich verspürt man das Bedürfnis, das Pflänzchen dabei zu unterstützen, das ist aber nicht nötig.

Nach ca. 12 Monaten ist die Kaffeepflanze voll entwickelt und könnte nun in die Plantage umziehen. Diese Möglichkeit können wir unseren Kaffeepflanzen leider nicht bieten, daher haben wir unsere Pflanzen jetzt in relativ große Tontöpfe umgesetzt.

Die Pflege

Die Kaffeepflanze ist ziemlich pflegeleicht.

Standort: Sie kann an einem schattigen Standort stehen, freut sich aber auch über etwas Licht und Sonne. Die Pflanze sollte aber nicht der grellen Sonne ausgesetzt werden. Dann werden ihre Blätter braun. Außerdem solltest Du darauf achten, dass sie nicht direkt an der Heizung steht. Denn Heizungsluft mag die Kaffeepflanze nicht.

Wasser: Wir gießen die Pflanzen wirklich nur dann, wenn die Erde trocken ist. In der Regel alle vier Tage. Dann allerdings brauchen sie Wasser. Ist die Erde zu lange trocken, fangen die Blätter an, runter zu hängen und braun zu werden. Im schlimmsten Fall verliert die Pflanze ihre Blätter und geht ein.

Erde: Anfangs hatten wir, für die noch keimenden Samen, eine Mischung aus normaler Gemüseerde, Erde für Zitruspflanzen sowie ein wenig Sand verwendet. Für die letzte Umtopfaktion hatten wir ganz normale Blumenerde besorgt.

Umtopfen: Der ideale Zeitpunkt zum Umtopfen ist der Frühling. Wir haben die Pflanzen aber auch schon im Herbst umgetopft. Wie bei jeder Pflanze, sollte auch hier darauf geachtet werden, dass die Wurzeln nicht verletzt werden. Am besten sollte die gesamte Erde, die an den Wurzeln dran ist, mit eingepflanzt werden. Sollten die Pflanzen so eng stehen, dass man sie voneinander trennen muss, schüttelt man zunächst vorsichtig die gesamte Erde von den Wurzeln und versucht dann durch leichtes Schütteln die Pflanzen von oben nach unten (vom Stiel zum Wurzelende) mit viel Geduld voneinander zu trennen. Wenn man behutsam vorgeht, schafft man es, dass man kaum Wurzeln abreißt. So stehen die Chancen relativ gut, dass die Kaffeepflanzen in der neuen Erde wieder Fuß fassen. Außerdem ist zu beachten, dass die Wurzeln relativ tief reichen. Daher sind Blumentöpfe mit einer entsprechenden Höhe zu empfehlen.

Fotos: ps-ixel.com

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