Bäume pflanzen und das Klima und die Umwelt schützen

Und du kannst uns unterstützen!

Klimaschutz durch Aufforstung

Forscher der ETH Zürich weisen in einer Studie darauf hin, dass das Pflanzen von Bäumen die effizienteste Maßnahme wäre, dem Klimawandel entgegen zu wirken. Dafür stünde eine Fläche von 0,9 Milliarden Hektar Land, das nicht von Menschen genutzt wird, zur Verfügung. Das entspricht ungefähr der Größe der USA. Die Wälder wären in der Lage, Zweidrittel der vom Menschen verursachten CO2 Emission (= 205 Milliarden Tonnen Kohlenstoff) aufzunehmen. Bei der Aufforstung soll es nicht darum gehen, Arten zu pflanzen, die schnell wachsen oder viel CO2 speichern können, aber gebietsfremd sind. Vielmehr sollen die zerstörten Ökosysteme wieder hergestellt werden, um die natürliche Vielfalt zu erhalten. Da es Jahrzehnte dauern wird, bis man die Potenziale der Wälder nutzen kann, muss man mit der Aufforstung sofort beginnen. Am besten würden sich große Gebiete in den USA, Kanada, Australien, Brasilien und China eignen.*

Unser Aufforstungsprojekt in Portugal

Wir versuchen seit Jahren Stück für Stück unsere Lebensweise so umzustellen, dass wir die Umwelt und das Klima nicht belasten. Nun möchten wir noch aktiver werden. Auf unserem Grundstück möchten wir u. a. Bäume pflanzen, um das Klima und die Umwelt zu schützen, die biologische Vielfalt zu erhalten und einen Ort zu schaffen, an dem Menschen, Tiere und Pflanzen in Symbiose zusammenleben können. Unser Ziel ist es, ein ein Hektar großes Waldstück in Portugal, das im Sommer 2017 den schweren Waldbränden zum Opfer gefallen ist, wieder mit einheimischen Bäumen und Sträuchern aufzuforsten.

Dabei geht es uns nicht nur um Klimaschutz. Uns ist es zudem wichtig, die biologische Vielfalt zu erhalten, denn die Bäume bieten vielen Tieren und Pflanzen, die zum Erhalt unseres Ökosystems wichtig sind, Lebensraum.

Sie schützen die Böden vor Erosionen, halten den Wasserhaushalt im Gleichgewicht und sorgen für saubere Luft.

Die Waldbrände in Portugal

Im Juni 2017 hat sich der schlimmste Waldbrand, seit Beginn der Aufzeichnungen in Portugal, ereignet. Die unmittelbare Brandursache war vermutlich ein Blitzeinschlag. Durch die extreme Hitzewelle und durch die trockenen Winde konnte sich das Feuer sehr schnell ausbreiten und zerstörte mindestens 26.000 Hektar Wald. Bis Oktober 2017 brachen weitere Feuer aus. Zahlreiche Menschen wurden verletzt oder kamen sogar ums Leben. Viele Häuser, Tiere und Bäume fielen den Flammen zum Opfer.

Die größten verbrannten Flächen waren Eukalyptusplantagen.

Doch wie kommt der Eukalyptus überhaupt nach Portugal?

Der Eukalyptusbaum wurde um 1850 zunächst als „exotischer“ Baum in Parkanlagen gepflanzt. Später wurde der Baum, der viel Wasser benötigt, genutzt, um Sumpfgebiete trocken zu legen. Da er weniger anfällig für Krankheiten ist und extrem schnell wächst, wurde er mit Vorliebe zur Neubewaldung eingesetzt. Die Pflanze ist extrem ertragreich. Bereits nach 8 bis 12 Jahren können die Wälder gerodet werden. Pro Jahr und Hektar liefern sie einen Ertrag von bis zu 25 Tonnen Holz. Im Vergleich: Bei Kiefer kann man mit einem Ertrag von ca. 14 Tonnen rechnen. Die Ernte kann nach ca. 35 Jahren erfolgen.

Schnelles Wachstum bedeutet auch schnelle Gewinne. So überrascht es nicht, dass gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Eukalyptus in ganz Portugal verbreitet war und die Kiefer, die zuvor bereits die Mischwälder verdrängt hatte, als Monokultur ablöste. In den 1930er Jahren entstanden unter António Salazar riesige Eukalyptusplantagen. Auch nach Beendigung von Salazars Herrschaft wurde die Ausweitung von Eukalyptusplantagen gefördert, insbesondere von der boomenden Papier- und Zelluloseindustrie (Papier ist das zweitgrößte Exportgut Portugals).

Mittlerweile reichen die Plantagen in Portugal nicht mehr aus, um genug Rohstoff für die Papierindustrie zu liefern. Es müssen mehr Eukalyptusplantagen her. Doch in der Bevölkerung wächst der Widerstand. Zu groß sind die Schäden, die durch Eukalyptusplantagen bereits entstanden sind. Der Eukalyptus legt die Äcker und die Brunnen trocken. Auf Grund seiner Höhe, nimmt er anderen Bäumen das Licht. Seine Wurzeln, die stark ausgebildet sind, entzieht den anderen Pflanzen Wasser und Nährstoffe. Hinzu kommt, dass die Bäume auf Grund ihrer ölhaltigen Blätter, schnell und lichterloh brennen. Übrig bleiben dann, nach einem Brand wie 2017, verbrannte Wälder, verbrannte Häuser und verbrannte Existenzen.

Erhalt der biologischen Vielfalt

Portugal braucht dringend wieder mehr natürlich gewachsene, mediterrane Mischwälder. Diese bieten nicht nur eine ökologische Nische für die heimische Tierwelt, sie würden auch die Brandgefahr mindern. Monokulturen und gebietsfremde Bäume fördern u. a. Brände und zerstören den Lebensraum von Menschen und Tieren.

Doch bevor wir mit dem Aufforsten angefangen haben, haben wir uns bei dem Biologen José Conde von der CISE informiert. Das Zentrum ist eine portugiesische Institution, die sich zur Aufgabe gemacht hat, die Öffentlichkeit dabei zu unterstützen, die Umwelt besser zu verstehen und ihren Erhalt sicher zu stellen. Es ist bestrebt, die biologische Vielfalt der Region zu erhalten. Auch setzt sich das Zentrum für die Wiederaufforstung der verbrannten Flächen mit einheimischen Bäumen ein.

José gab uns den Tipp, die abgebrannten Flächen überwiegend mit einheimischen Eichen und Korkeichen wieder aufzuforsten und dazwischen, an die eine oder andere Stelle Esche, Erle, Erdbeerbäume und Portugiesische Kirschlorbeeren zu setzen. Diese Bäume und Sträucher sind in der Region, in der sich unser Grundstück befindet, heimisch und kommen gut mit dem Klima und der Bodenbeschaffenheit zurecht. José war so nett und hat uns ca. 100 Setzlinge (überwiegend kleine Eichen) zum einpflanzen mitgegeben.

In einer Gärtnerei haben wir zusätzlich noch ein paar größere Korkeichensetzlinge gekauft.

Mehr als 100 Bäume haben wir bereits gepflanzt

Wir waren Silvester und Neujahr damit beschäftigt, die Setzlinge einzupflanzen.

Mehr als 100 Bäume haben wir zu dritt gepflanzt.

Dabei ist uns noch mal deutlich geworden, dass der Wald durch einen Waldbrand und durch Rodung binnen Tagen vernichtet werden kann, es jedoch Jahre und Jahrzehnte dauert bis wieder ein neuer Wald entsteht.

Auch bei unserem Wald wird es Jahrzehnte dauern, bis daraus wieder ein stattlicher Wald gewachsen ist. Wir sind auch noch nicht am Ende. Wir möchten weiter Bäume pflanzen und dafür sorgen, dass dieser Wald niemals einer Rodung zum Opfer fallen wird.

Wenn du mitverfolgen möchtest, wie unser Projekt heranwächst, dann folge unserem Blog und unseren Social Media Kanälen. Du kannst uns natürlich auch durch eine Spende unterstützen, dann können wir noch mehr Bäume pflanzen und die bereits bestehenden schützen und pflegen. Es ist eine Investition in den Erhalt der Umwelt und dient zugleich dem Schutz des Klimas. Natürlich hilfst du damit auch uns, weil wir so die Möglichkeit haben, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen.

Bei Fragen oder Anregungen kannst du uns gerne einen Kommentar da lassen oder uns via E-Mail kontaktieren.

Fotos: Patrick Schürfeld / ps-ixel

*Quellen:
https://ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2019/07/wie-baeume-das-klima-retten-koennten.html

  1. Yvonne Schulte

    Probleme mit Limpezagesetze

    Wie oder was kann man eurer Meinung nach tun, die rund um unser Haus im Radius von 50 Metern wachsenden Bäume, die den Kronenabstand von 5 Metern nicht einhalten, nicht faellen zu müssen.

    Haben deswegen große Sorgen. Jedesmal ne neue Schote. Dann kommt ne Maquina und schiebt unter der Edp Trasse den Wald weg.

    Wir verzweifeln langsam in Portugal….

    • Liebe Yvonne,
      wir haben versucht, weitestgehend die Gesetze einzuhalten. Jedoch waren die meisten Bäume bei uns um das Haus herum bereits durch den Brand abgestorben, sodass wir sie ohnehin fällen mussten, weil sie drohten, umzukippen.
      Das Aufforstungsprojekt versuchen wir so zu gestalten, dass wir den Bereich direkt um das Haus nicht mit Bäumen bepflanzen.
      Was es für Lösungen gibt, um Eure Bäume nicht fällen zu müssen, wissen wir nicht. Vielleicht gibt es Unterschiede bezüglich der Baumarten. Korkeichen genießen ja einen Sonderstatus und dürfen ohnehin nicht einfach so gefällt werden. Pinien und Eukalyptus sind Brandbeschleuniger und sollten nicht in der Nähe von Häusern und Gebäuden stehen.
      Wir sind jedoch keine Juristen und kennen uns mit den rechtlichen Möglichkeiten nicht aus.
      In welcher Gegend von Portugal wohnt Ihr?
      Liebe Grüße
      Elfie von 11iE

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